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Funk, der im Werk funktioniert – weil wir ihn vorher messen

Bei der Ausleuchtung messen wir an jedem geplanten Messpunkt, wie gut die Gateways den Sensor empfangen. Das Ergebnis ist ein Walkdown-Bericht mit Messwerten statt Annahmen – Grundlage für die Installation und bei GMP für die Qualifizierung.

So läuft eine Ausleuchtung

  1. Vorprüfung

    Lagepläne, kritische Räume, Mobilfunkabdeckung je Netzbetreiber, 230-V-Anschlüsse.

  2. Walkdown vor Ort

    Mobiles Gateway auf Stativ, Test-Sensor an jedem Messpunkt. Fotos, Montagepositionen, Kennzeichnung nach Ihren Vorgaben.

  3. Walkdown-Bericht

    Alle Messpunkte mit RSSI und SNR, Gateway-Standorte, Antennenplanung – digital innerhalb von 10 Arbeitstagen.

  4. Installation

    Montage nach Bericht, Signal-Einzelmessung jedes Sensors an jedem Gateway, Test der Alarmkette.

Ausleuchtung · Walkdown vor OrtGrenzwert −100 dBm
Stahlbeton GW −58 dBm −64 dBm −71 dBm −79 dBm −66 dBm −88 dBm −74 dBm Walkdown-Bericht7 Messpunkte · RSSI / SNR✓ alle über −100 dBm

Ein mobiles Gateway auf dem Stativ wird am geplanten Standort aufgestellt.

Messwerte statt Annahmen

Auszug aus einem echten Walkdown-Bericht (anonymisiert). Jeder Sensor wird an beiden Gateways gemessen – wo ein Gateway weiter weg ist, ist das andere nah. Genau das ist gewollt.

RSSI
Empfangsstärke in dBm, je näher an 0, desto besser. Bewertung „gut“: besser als −100 dBm.
SNR
Signal-Rausch-Abstand in dB. Positive Werte sind sehr gut; LoRa dekodiert sogar unterhalb des Rauschens.
RSRP
Mobilfunk am Gateway – entscheidet über externe LTE-Antenne oder anderen Netzbetreiber.
MesspunktGateway 1Gateway 2Bewertung
EMSR-Raum 1−56 dBm
SNR 10,25
−77 dBm
SNR 9,75
gut
EMSR-Raum 2−79 dBm
SNR 10,25
−56 dBm
SNR 9,0
gut
Mobilfunk GatewayRSRP −101 dBm · RSRQ −13,5 dB · SINR 4 dBmittel

Mobilfunk ohne externe Antenne gemessen – deshalb wurde eine externe LTE-Antenne vorgesehen. Praxis DSM Grenzach-Wyhlen, Oktober 2023: 5 EMSR-Räume in 2 Gebäuden, alle Sensoren zwischen −56 und −79 dBm.

Warum wir rechnen – und trotzdem messen

Ein LoRaWAN-Sensor sendet mit 14 dBm. Bei SF12 kann der Empfänger noch Signale bis etwa −137 dBm dekodieren – ein Link-Budget von rund 151 dB. Im freien Feld reicht das für viele Kilometer.

Im Werk fressen Wände, Decken, Rohrbrücken und Metall diesen Vorrat auf. Liegt ein Hindernis in der ersten Fresnel-Zone, sinkt der Pegel spürbar. Deshalb montieren wir Gateways erhöht und frei – und messen den tatsächlichen Wert.

Faustregel: 3 dB mehr = doppelte Leistung, 10 dB = zehnfach. Doppelte Entfernung kostet 6 dB.

Typische Dämpfung bei 900 MHz

Glas 6 mm0,8 dB
Holz 76 mm2,8 dB
Ziegel 178 mm5 dB
Beton 102 mm12 dB
Ziegelbeton 192 mm14 dB
Beton 203 mm23 dB
Stahlbeton 89 mm27 dB
Beton 305 mm35 dB

Richtwerte. Stahlbeton, Metallcontainer und Tanklager können deutlich mehr dämpfen.

Spreading Factor: Reichweite gegen Batterie

Mit dem Spreading Factor (SF7 bis SF12) wird das Funksignal „gestreckt“: mehr Reichweite, aber längere Sendezeit und mehr Batterieverbrauch. Ziel jeder guten Planung ist SF7 – die Gateways stehen so, dass die Sensoren schnell senden können. Adaptive Data Rate stellt den SF automatisch ein.

SF7SF12
Ladung je Funkpaket (14 dBm)13,8 mAs81,7 mAs
Rechnerische Laufzeit, D-Zelle, alle 2 min≈ 18 Jahre≈ 3 Jahre

Eigene Strommessung je Funkpaket, ohne Selbstentladung und Temperatureinfluss. Deshalb legen wir den M1 Node auf bis zu 10 Jahre aus.

Zwei Gateways, zwei Netzbetreiber, zwei Stromkreise

Für kritische Bereiche planen wir pro Gebäude mindestens zwei unabhängige Gateways, die beide das ganze Gebäude abdecken. Fällt eines aus oder wird gewartet, übernimmt das andere – ohne dass ein Messwert verloren geht.

Gateway-Redundanz Fünf Sensoren senden an zwei Gateways mit SIM-Karten verschiedener Netzbetreiber. Fällt Gateway 1 oder sein Mobilfunknetz aus, empfängt Gateway 2 weiterhin alle Sensoren – kein Messwert geht verloren. Gebäude Gateway 1 Gateway 2 Netz A · Stromkreis 1 Netz B · Stromkreis 2 MoniCore
Normalbetrieb – beide Wege aktivDatenverlust 0 %

Jeder Sensor doppelt empfangen

Nachgewiesen mit Messwerten an beiden Gateways im Walkdown – nicht angenommen.

Zwei Mobilfunknetze

Jedes Gateway mit SIM eines anderen Anbieters. Fällt ein Netz aus, laufen die Daten über das andere.

Getrennte Stromkreise

Netzteile an unterschiedlichen Kreisen, optional an der USV – gemessen und alarmiert wird auch bei Stromausfall.

Kein Eingriff ins Firmennetz

Kein VLAN, keine Firewall-Freigabe, keine Schnittstelle im Leitsystem.

Antennen innen montiert

LoRa- und LTE-Antenne extern am Gateway, Installation im Gebäude – die Blitzschutzbetrachtung entfällt.

Überwacht und fernwartbar

Ausfall eines Gateways wird gemeldet; Einstellungen und Updates per Fernzugriff.

Gateways nach Gebäude und KritikalitätAbdeckung je Messpunkt
GW1GW2GW3GW4 kein sicherer Empfang1 Gateway2+ Gateways (redundant)

1 Gateway – Start: ein Raum oder ein Stockwerk. Messpunkte am anderen Ende bleiben ohne sicheren Empfang.

GatewaysEinsatzTypisch für
1Start und TestphaseEinen Raum oder ein Stockwerk
2Redundant, SIM-Karten zweier NetzbetreiberStandard für kritische Bereiche
3Jeder Messpunkt von mindestens zwei Gateways gehörtGroße, mehrstöckige Gebäude
4+Abdeckung mit Reserve, auch während WartungCampus, Gelände, höchste Verfügbarkeit

Sensoren richtig montieren

Messpunkt und Kennzeichen (BMK) legen wir beim Walkdown gemeinsam fest. Das Kennzeichen steht auf dem Gerät, im Dashboard und in jeder Alarmmeldung.

  • Montagehöhe ab ca. 1,5 m für gute Reichweite, höchstens 1,8 m – Service ohne Leiter.
  • Antenne ca. 20 cm Abstand zur Wand, frei von Metallgehäusen; Fenster und Türen nutzen.
  • Antenne vertikal auf einer Ebene, horizontal bei mehreren Stockwerken.
  • Befestigung per Magnet, Kabelbinder oder Schraube – temporäre Messungen jederzeit möglich.
  • Für besonders kritische Punkte: zwei unabhängige Sensoren an derselben Position.
  • In Grenznähe prüfen wir die Mobilfunkabdeckung je Netzbetreiber vorab.

Vom Walkdown bis zur Qualifizierung

In regulierten Umgebungen zählt, dass es nachweisbar funktioniert. Viele Prüfungen bei FAT und SAT sind genau die Aktivitäten, die auch IQ und OQ fordern.

SchrittInhaltErgebnis
AnforderungenKritische Räume, Messgrößen, Grenzwerte, Vor- und Hauptalarm, Empfänger, GMP-/ATEX-Relevanz, USVURS / Lastenheft
WalkdownMesspunkte, Positionen, Referenzmessung an jedem Punkt, Mobilfunk je Netzbetreiber, Fotos, BMKWalkdown-Bericht, Basis der DQ
NetzplanungGateway-Standorte, Antennen, zwei Netzbetreiber, getrennte StromkreiseNetzplan, Geräteliste
FATKomplettes Netz bei egatti in Betrieb: Gateways, Sensoren, Schlüssel, Grenzwerte, EmpfängerFAT-Protokoll
Installation und SATMontage, Signal-Einzelmessung, Alarmtest, Gateway bewusst abgeschaltet, AlarmketteSAT-Protokoll
QualifizierungDQ, IQ, OQ, PQ im Qualitätssystem des Betreibers – wir liefern die UnterlagenDQ · IQ · OQ · PQ
BetriebWatchdog je Sensor, Gateway-Überwachung, Batteriespannung unter Last, Fernwartung, SchulungAbschlussbericht

Sollen wir Ihr Areal ausmessen?

Ein Walkdown zeigt in wenigen Stunden, wie viele Gateways Sie brauchen und wo – mit Messwerten für jeden Punkt.